am: Freitag, 21.05.2010
Moritz ist nun bald schon 2 Monate alt. Die spannende Phase der Schwangerschaft, die aufregende Geburt und die unbeschreiblichen ersten Wochen als frisch gebackene Eltern sind vorüber. Und somit sind wir auch schon beim letzten Beitrag für unseren Babyblog angelangt.
Für uns war es eine wahnsinnig ereignisreiche und schöne Zeit, und es hat uns sehr viel Spass gemacht, unsere Gedanken in Worte zu fassen und mit euch teilen zu können. Deshalb möchten wir uns bei allen, die unseren Blog gelesen und kommentiert haben, ganz herzlich bedanken.
Und vielleicht haben wir dem ein oder anderen ja ein wenig Lust aufs Kinder kriegen gemacht!
Esther: Als ich an einem früheren Arbeitsort Elterntrainingskurse gegeben habe, fragten mich oft die Mütter, ob ich denn nach all diesen „Horrorgeschichten des kindlichen Verhaltens“ überhaupt noch eigene Kinder haben wolle?!
Nach dieser eindrücklichen Zeit des Elternwerden kann ich dazu nur sagen: Das Gefühl, ein Kind in einem heranwachsen zu spüren und es dann in den Armen halten zu können, topt auf jeden Fall alle Geschichten, die ich im Elterntraining gehört und in meinem Arbeitsalltag erlebt habe.
Ich kann es wirklich nur weiter empfehlen!
André: Für mich als Mann war die vergangene Zeit natürlich auch etwas ganz besonderes, und beim ersten Kind ist wirklich alles neu. Vieles was man hört, trifft ein, vieles auch nicht, doch solange man es nicht selbst erlebt hat, kann man es einfach nicht nachvollziehen.
Ich freue mich auf jeden Fall auf die kommende Zeit mit vielen neuen Erlebnissen und Entwicklungsschritten von unserem Moritz und bin gespannt, was er zu diesem Blog sagen wird, wenn er einmal alt genug ist, ihn zu lesen.
Vielen Dank noch mal und herzliche Grüsse
Esther und André
von: Esther am: Dienstag, 04.05.2010
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Irgendwie sind die letzten Wochen gerade zu verflogen. Nach der ersten Woche im Krankenhaus folgten zwei sehr spannende Wochen zu Hause.
Durch Andrés dreiwöchigen Urlaub erlebten wir den Luxus, uns drei ganz in Ruhe kennen lernen zu können. Vor allem ich genoss das Glück, ständig meinen Partner zu Seite zu haben, der mich in dieser Anfangszeit extrem entlastete und unterstützte. Nicht nur im Umgang mit Moritz zeigte André vollen Einsatz, sondern auch emotional gab er mir den nötigen Halt.
Ich fand es toll, in Situationen, in denen ich auch nicht genau wusste, wie ich jetzt handeln soll, jemanden an der Seite zu haben, mit dem man das Ganze kurz mal besprechen kann. Sei es, ob man bereits nach kürzerer Zeit wieder stillen sollte, weil der Kleine früher aufgewacht ist und nun so Herz zerreissend weint. Oder ob man auf Biegen und Brechen auf den Schlafsack in der Nacht besteht, oder doch die erste Zeit ein Deckchen als Zudecke nehmen kann, weil unser „Zwerglein“ recht viel „spuckt“ und häufig in der Nacht frisch angezogen werden muss.
Nun ja, diese Luxuszeit ist jetzt leider vorbei, und ich muss seit kurzer Zeit den Babyalltag alleine meistern. Allerdings ging es nach dem ersten Tag, an dem ich mich ziemlich unsicher gefühlt hatte, von Tag zu Tag besser. Für mich ist es dabei sehr wichtig, eine gute Mischung aus Beschäftigung und Erholungsphasen über den Tag zu verteilen. Zum Beispiel treffe ich mich sehr gerne mit Freundinnen, die auch im letzten Jahr Mama wurden und hole mir Ratschläge oder tausche mich einfach nur aus. Dann bin ich aber auch froh, wenn ich zusammen mit Moritz ein kleines Nickerchen machen kann.
Am allermeisten freu ich mich aber auf den Abend, wenn André nach Hause kommt, sich sein kleines Schätzchen schnappt und ich meine beiden „Männer“ von der gemütlichen Couch aus, beim Kuscheln beobachten kann!
von: Esther am: Montag, 19.04.2010
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Da unsere gesamte Verwandtschaft nicht gerade um die Ecke wohnt, war für die ersten Besuche ein wenig logistische Planung nötig.
Wer soll zuerst kommen? Wie lange sollte der Besuch bleiben? Und wie kann man alles so organisieren, dass es für uns drei nicht zu stressig wird?
Zuerst reisten meine Eltern an, um ihr bereits zweites Enkelkind in Augenschein nehmen zu können. Sie waren sehr gespannt und freuten sich riesig, endlich ihr „kleines Prinzchen“ ans Herz drücken zu können. Nach ein par Tagen Pause kam die andere stolze Oma angereist. Für Andrés Mutter ist Moritz das erste Enkelkind und dementsprechend gross war auch ihre Freude, als sie ihn in ihre Arme schliessen konnte.
Moritz fand es offensichtlich ganz toll, von allen Seiten verwöhnt zu werden. Jeder wollte ihn halten, schaukeln, wiegen und herzen. Das volle Verwöhn- Programm! Wir hatten am Ende Mühe, ihn davon zu überzeugen, dass er auch alleine in seinem Bettchen schlafen könne, und nicht nur auf dem Arm.
Total geplant und gut im Zeitrahmen liegend, sollte im Anschluss an die Grosseltern noch meine Schwester mit Mann und kleiner Tochter zu uns kommen. Allerdings machte uns die Kleine einen dicken Strich durch die Rechnung und bekam kurz vor Abreise eine Magen-Darm-Grippe, sodass die ganze Familie wieder auspacken und zu Hause bleiben durfte. Meine Mutter meinte nur, dass das mit kleinen Kindern eben so sei: nicht planbar.
Diese Erfahrung werden wir in näherer Zukunft wohl auch selbst noch machen dürfen!
am: Dienstag, 06.04.2010
Ein eigenwilliges Gefühl: Da geht man abends zum Abendessen mit Freunden aus dem Haus und das nächste Mal, wenn man heim kommt, ist man bereits zu dritt!
Die Geburt an sich ist sehr gut verlaufen. Nachdem zunächst die Fruchtblase geplatzt ist, hat es noch 6 Stunden gedauert – und dann war unser Moritz endlich da! Mein Arzt musste zwar am Ende mit der Saugglocke etwas nachhelfen, da Moritz die Nabelschnur mit einer Halskette verwechselt hatte, aber alles in Allem ging es recht schnell und war auch erträglich. Glücklicherweise machte mein Leistenbruch auch keine Schwierigkeiten.
Jetzt waren wir also frisch gebackene Eltern und hatten in den folgenden Tagen genügend Zeit und Gelegenheit, unser Söhnchen kennen zu lernen. Spannend, endlich zu sehen, wer mich da die letzten Monate immer getreten und geboxt hat. André konnte mit mir im Zimmer übernachten und mich somit Tag und Nacht tatkräftig unterstützen.
Nach den Tagen im Krankenhaus hatte ich ein ganz schön mulmiges Gefühl mit André und Moritz nach Hause zu kommen. So ganz auf uns alleine gestellt! Es gingen mir tausend Fragen durch den Kopf:
- Haben wir auch alles vorbereitet?
- Wird er denn in seinem neuen Bettchen gut schlafen können?
- Können wir ihn denn jetzt schon alleine versorgen?
- Wie reagieren die Nachbarn, wenn er nachts vielleicht viel schreit?
- usw.
Die ersten Stunden zu Hause waren für mich wirklich komisch, besser gesagt total unwirklich! Da war auf einmal dieser kleine Moritz bei uns in der Wohnung und nach kürzester Zeit sah unsere Wohnung ganz anders aus und roch auch auf einmal ganz anders. Es dauerte aber nicht lange und ich konnte mir nicht mehr vorstellen, ohne ihn hier zu sein. Nachdem wir schadlos die erste Nacht überstanden hatten, wurden meine Bedenken immer weniger und mit Andrés toller Unterstützung bekommen wir den Kleinen ganz bestimmt geschaukelt!
von: Esther am: Donnerstag, 18.03.2010
Anfang der Woche hatte ich meine erste Akupunkturbehandlung zur Geburtsvorbereitung. Die Behandlung soll einen Prozess der Muttermundreifung bewirken, wodurch die Eröffnungsphase verkürzt werden kann.
Es war für mich das allererste Mal, dass mir jemand einen Haufen Nadeln in die Haut steckte, und dementsprechend aufgeregt war ich auch! Eigentlich wollte ich schon früher einmal zur Behandlung meines Heuschnupfens zur Akupunktur gehen, aber irgendwie hab ich das dann doch nie gemacht.
Aber jetzt, zur Geburtsvorbereitung wollte ich es auf jeden Fall machen. Ich bin überzeugt, dass das „Nadeln“ ein wirkungsvolle Form der Vorbereitung ist. Die Behandlung erfolgte in der Klinik, in der ich auch entbinden werde und wird von einer Hebamme durchgeführt, die dafür speziell ausgebildet ist. Sie hat mir alles genau erklärt und eine sehr schöne und entspannte Atmosphäre geschaffen, in der ich prima relaxen konnte. Und das sogar mit 10 Nadeln in Füssen und Unterschenkeln, 2 in den Händen und eine auf dem Kopf! Unglaublich, oder?
Mein kleiner Bauchbewohner hat beim Einstecken der Nadeln ziemlich viel gestrampelt und getreten. Allerdings hat er sich dann gleich wieder beruhigt, und wir konnten die Behandlung und die anschliessende Massage in aller Gemütlichkeit geniessen.
Auf das nächste Mal bin ich schon richtig gespannt, dann soll damit begonnen werden, die Gebärmutter zu stimulieren. Das erste Mal war hauptsächlich zur Entspannung gedacht und das wurde auf jeden Fall erreicht!!
von: Esther am: Dienstag, 16.03.2010
Am letzten Wochenende sind wir noch mal aufgebrochen, um die letzten Besorgungen fürs Babyzimmer zu machen.
Es war ein Marathon durch die Möbelhäuser, und es schien, als hätten sich alle Schwangeren der Welt für dieses Vorhaben verabredet. Umgeben von Bäuchen in den unterschiedlichsten Ausmassen schoben wir uns also mehr oder weniger erfolgreich durch die Gänge.
Zuletzt waren wir dann wieder in einem Babyeinrichtungshaus. Gerade noch rechtzeitig fiel mir ein, dass ich von meiner Schwester irgendwann eine Babybjörn Tragevorrichtung bekommen habe und gar keine mehr besorgen muss. Ich war heilfroh, mich nach unserem Marathon nicht noch mit der Auswahl einer Tragevorrichtung beschäftigen zu müssen.
Zu Hause angekommen, ging ich gleich auf die Suche nach dieser Trage. Im Keller wurde ich tatsächlich fündig und probierte das gute Stück sofort aus. Besser gesagt, ich probierte es an André aus, denn bei meinem derzeitigen Bauchumfang ist es quasi unmöglich, etwas umzuschnallen. Doch dann beging ich einen „grossen Fehler“! Da wir keine Anleitung mehr für die Trage hatten, ging ich ins Internet, um die verschiedenen Tragemöglichkeiten herauszufinden: Böser Fehler!!!
Nach einer halben Stunde war ich nicht nur reicher an Wissen über die verschiedenen Positionen, in denen man sein Kind im Babybjörn tragen kann. Ich wusste auch, dass die Sitzposition in dieser speziellen Trage speziell für Jungs nicht gerade ideal ist, denn sie können nicht im gewünschten Hüftspreizsitz sitzen. Ausserdem würde das ganze Gewicht auf den Schultern verteilt werden und somit für den Träger nicht gerade bequem sein. Natürlich waren im Netz auch reichlich Ratschläge für bessere Tragemöglichkeiten zu finden. Diese reichten von Tragetüchern, über Ergo Baby Carrier bis hin zur Marsupi Bauchtrage.
Soviel zu: "Toll, wir haben ja bereits einen Babybjörn von meiner Schwester und brauchen uns damit nicht mehr beschäftigen!"
Vielleicht probier ich es dann einfach doch erst mal mit dem altbewährten Tragetuch, da kann man wohl am wenigsten falsch machen, ausser dass man sich eventuell in den vielen Schlaufen und Endstücken total verheddert.
von: Esther am: Mittwoch, 10.03.2010
Letztes Wochenende waren meine Eltern das letzte Mal vor der Geburt bei uns zu Besuch. Sie reisten mit Sack und Pack zu uns nach Zürich und wenn ich hier mit Sack und Pack schreibe, dann meine ich das auch so!!!
Ihr Auto war bis oben hin beladen, und das noch nicht einmal mit ihren Reiseutensilien, sondern mit einer ganzen Menge Babyausstattung. Das meiste waren Leihgaben meiner Schwester, die bereits eine 2jährige Tochter hat.
Da hiess es erst einmal Material sichten und irgend wie, besser gesagt irgendwo, unterbringen. Nachdem dann alles gewaschen und verstaut war, konnten wir uns dann dem gemütlichen Teil des Besuchs widmen und stellten dabei fest, dass das hier wohl das letzte Mal in dieser Konstellation stattgefunden hat. Das nächste Mal, wenn uns meine Eltern besuchen, werden wir bereits zu dritt sein und von ruhiger, erholsamer Atmosphäre kann dann wohl nicht mehr die Rede sein.
Trotzdem freuen sich meine Eltern schon wahnsinnig auf den ersten Besuch bei ihrem ersten Enkelsohn und sind schon gespannt, wie der Kleine aussieht, der ihrer jüngsten Tochter den Bauch so ausgebeult hat.
Es ist allerdings gar nicht so leicht zu planen, welche Verwandten wann anreisen sollen. Dummerweise lebt unsere gesamte Familie weit verstreut und somit sind Besuche immer mit einiger Planung verbunden. Ich bin da momentan noch etwas zwiespältig. Einerseits möchte ich unseren „Spross“ natürlich gerne allen wichtigen Menschen zeigen, andererseits kann das dann ganz leicht zu einer Überforderung führen.
Ich denke, ich werde das Ganze einfach mal auf mich zukommen lassen. Einschätzen kann ich es jetzt sowieso noch nicht. Werde ich froh sein, wenn mir jemand unterstützend zur Seite steht, oder reicht es mir, vollkommen die erste Zeit mit Andrè und dem Baby zu verbringen?
Da muss unsere Familie wohl ein gewisses Mass an Flexibilität aufbringen, die ich ihr durchaus zutraue!
von: Esther am: Montag, 08.03.2010
Seit den letzten 3 Wochen muss ich bei mir wohl von einem massiven Gedächtnisproblem sprechen.
Kurz gesagt ich vergesse einfach alles, sowohl mein Kurzzeit – als auch mein Langzeitgedächtnis scheinen in Mitleidenschaft gezogen zu sein.
So vergesse ich, dass der Elektriker kommt, um den Herd zu reparieren, dann vergesse ich die Zeit, zu der ich mich mit einer Freundin verabredet habe. Oder ich gehe in ein Zimmer und öffne die Schranktür, stehe reglos davor, bis mir klar wird, dass ich keinen Schimmer mehr habe, was ich aus dem Schrank eigentlich holen wollte.
Zum Kochen ist jetzt ein Rezept sehr hilfreich, denn ich vergesse auch sehr leicht den nächsten Arbeitsschritt! Und Einkaufen gehen ohne Liste ist auch völlig hoffnungslos.
In einem früheren Stadium meiner Schwangerschaft, als ich noch Vollzeit gearbeitet habe, ist mir das glücklicherweise nicht passiert. Etwas schusselig war ich ja schon immer und für manch eine Wortfindungsstörung wollte man mir auch schon einen Preis verleihen. Aber seitdem ich zu Hause bin, habe ich das Gefühl, dass mein Gehirn auf Leerlauf gestellt ist.
Zu meinem Schrecken haben einige Freundinnen, die bereits Mutter sind, berichtet, das mit der Vergesslichkeit werde während des Stillens noch viel schlimmer.
Na, dann kann ich mich wohl glücklich schätzen, wenn ich zumindest unser Baby nicht im Supermarkt oder im Auto vergesse, oder wie ist das?
Ich bin jedoch voll und ganz davon überzeugt, dass wird bestimmt auch wieder besser.
Ganz bestimmt!
von: Esther am: Dienstag, 02.03.2010
Halloween-Partys, Thanks Giving Essen und nun auch Babypartys. Das alles sind US-amerikanische Traditionen, die in den letzten Jahren auch in der Schweiz immer populärer wurden.
Mit der amerikanischen Tradition, der so genannten "baby shower" war ich bis jetzt noch nicht sonderlich vertraut. Am Wochenende war für uns Premiere, denn André und ich waren auf solch eine Babyparty eingeladen und wir waren gespannt wie ein "Flitzebogen" wie so eine Party tatsächlich von statten geht.
Ich kannte solche Partys nur aus Filmen, somit hatte ich zwar schon mal eine ungefähre Idee worum es gehen könnte, sicherheitshalber habe ich dann aber noch gegooglet.
Bei Wikipedia wurde die Babyparty folgendermassen beschrieben:
"Zwei Monate vor dem errechneten Geburtstermin werden die Freundinnen und weiblichen Verwandten der werdenden Eltern eingeladen. Die Einladung wird oft von einer Freundin oder einer Verwandten der Schwangeren ausgesprochen, um der zukünftigen Mutter die Arbeit zu ersparen.
Die Gäste bringen kleine Geschenke für die Mutter und das Kind mit, zum Beispiel Bodylotions, Schnuller, Babysitterstunden, aus Windeln geformte Torten.
Die Räumlichkeit, in denen die Feier stattfindet, ist sehr kitschig beispielsweise mit Namensgirlanden und blauen bzw. rosafarbenen Luftballons dekoriert. Dazu gibt es Häppchen und alkoholfreie Getränke. Ein wichtiger Bestandteil sind die typischen Spiele, die sich um die Themen Baby, Mutterschaft, Stillen usw. drehen. Beispielsweise das Schätzen des Bauchumfangs der werdenden Mutter.
Männer sind in der Regel nicht anwesend. Moderne Paare feiern auch die Babyparty zusammen und laden sowohl weibliche als auch männliche Freunde ein."
Mit einem kleinen Geschenk bewaffnet machten wir uns also auf den Weg zur Party.
Und es war wirklich ein sehr, sehr netter Nachmittag. Anwesend waren sowohl weibliche, als auch männliche Gäste. Was zu erwarten war, da ja auch André eingeladen war. Die Wohnung war glücklicherweise nicht auf die amerikanische Art dekoriert, aber zu meiner grossen Freude waren die amerikanischen Ideen für Essen und Trinken umgesetzt. Alles drehte sich um das Thema Baby und es gab einen Haufen netter kleiner Geschenke zu bestaunen.
Im Grunde ist es gar nicht so dumm, eine Party zu veranstalten, wenn das Baby noch nicht auf der Welt ist, dann hat man auf jeden Fall genügend Zeit für die Vorbereitungen und die Gäste.
Ansonsten halte ich ja ziemlich wenig von der Übernahme der amerikanischen Traditionen auf Kosten unserer eigenen, aber an diese Art könnte ich mich tatsächlich noch gewöhnen!
von: Esther am: Donnerstag, 25.02.2010
In den Medien kann man momentan viel über den umstrittenen Polycabonat-Grundstoff Bisphenol A (BPA) lesen, der in der Herstellung von Plastikflaschen verwendet wird.
Gestern habe ich mich mit einer Freundin getroffen, ihr Sohn ist knapp 7 Monate alt und ein richtiger Sonnenschein!
Sie erzählte mir, dass sie neulich all ihre bisherigen Babyflaschen und Nuggis ersetzt hat, da in vielen Plastiktrinkflaschen BPA enthalten ist. Dieser Stoff soll Schäden bei der Gehirnentwicklung von Föten, Babys und Kleinkindern verursachen. Neuen Studien zufolge kann Bisphenol A auch für Erwachsene gefährlich sein. Forscher sehen einen Zusammenhang zwischen erhöhten Werten im Blut und Leberschäden, Diabetes sowie Herzkrankheiten.
Mein Schwester hat uns eine Menge Fläschchen geliehen, die allerdings schon 2 Jahre alt sind und sicherlich noch diesen Stoff beinhalten. Jetzt bin ich natürlich stark am Überlegen, ob ich diese Flaschen überhaupt noch brauchen soll. Ich habe mich im Internet ein bisschen umgeschaut und habe gesehen, dass es bereits Plastikflaschen gibt, die BPA-frei hergestellt sind. André ist der Meinung, wir sollten doch besser gleich auf Glasflaschen umsteigen, da diese besser zu reinigen sind und auch keinen Plastikgeschmack abgeben. Allerdings sind diese schwerer und gehen natürlich auch leichter kaputt. Ich habe auch noch mit anderen Freundinnen gesprochen, die das Ganze nicht so eng sehen und weiterhin ihre Flaschen benutzen.
Grundsätzlich muss man sich allerdings auch fragen, was wird die Wissenschaft noch in den nächsten Jahren herausfinden was jetzt noch gar nicht bekannt ist. Auch in der Medizin werden alle 2-3 Jahre ursprüngliche Aussagen oft völlig ins Gegenteil gekehrt, und was vorher ganz wichtig war, wird dann als gänzlich unwichtig dargestellt.
Wie sollte man am besten mit den jeweils neuen Informationen umgehen? Wem kann man glauben bzw. kann man sich wirklich auf die Forschungsergebnisse verlassen? Und wie schlimm sind die Auswirkungen wirklich?
Zumindest beim Thema Babyflaschen, ist man mit Glas wohl auf der sichersten Seite, solange einem die Flasche nicht herunter fällt!
von: Esther am: Samstag, 20.02.2010
Kurse für die Geburtsvorbereitung, das Stillen, die Babypflege, die Schwangerschaftsgymnastik, Yoga für Schwangere und vieles mehr. Wer denkt, mit der Geburt hat sich das mit dem reichhaltigen Kursangebot erledigt, der darf sich, wie ich vom Gegenteil überzeugen lassen.
Ich weiss zwar nicht so genau, wie ich auf dieses „schmale Brett“ kam, aber ich dachte, man organisiert einen Geburtsvorbereitungskurs und meldet sich eventuell zur Akupunktur an. And that`s it!
Ich habe sogar schon eine Hebamme für nach dem Krankenhaus organisiert und hielt mich damit schon für gut organisiert!
Aber weit gefehlt!
Vor zwei Tagen telefonierte ich mit einer Freundin, die mir dann mitteilte, dass sie sich für die Teilnahme an einem PEKIP Kurs (Prager-Eltern- Kind-Programm) schon lange während der Schwangerschaft angemeldet habe. Und dann könne man sich ja auch noch für die Babymassage, das Babyschwimmen, für Yoga for Baby and me und natürlich für die Rückbildungsgymnastik anmelden.
Allerdings natürlich frühzeitig!
Hier kam mir doch gleich der tolle Fussballspruch in den Sinn:
Nach der WM ist vor der EM!
Somit kann ich mich jetzt freuen eine neue Beschäftigung gefunden zu haben. Nämlich mit dem ganzen Babykursangebot auseinander zu setzen. Überfordern möchte ich unseren Kleinen allerdings auch nicht.
Nach den ersten Wochen des Kennenlernens kann ich mir aber durchaus vorstellen Lust zu verspüren mal mit dem Baby rauszukommen und andere Mütter und Babys kennen zu lernen. Gerade wenn man nicht schon „ewig und drei Tage“ am derzeitigen Wohnort lebt und noch nicht so viele Kontakte hat kann so eine Kursteilnahme eine gute Möglichkeit sein um Kontakte zu knüpfen.
Bin schon gespannt, was für Angebote in unsere Gemeinde zu finden sind!
von: Esther am: Donnerstag, 18.02.2010
Sich vorzustellen morgens nicht mehr zur Arbeit zu gehen und nicht mehr an den Arbeitsprozessen beteiligt zu sein, ist wirklich sehr ungewohnt für mich. Wie kann ich meinen neuen Alltag gestalten bis das Baby kommt.
Theoretisch kann es während der Schwangerschaft jeden Tag passieren: Der Frauenarzt beschliesst, dass das mit dem Arbeiten so nicht mehr geht. Plötzlich muss man liegen oder aus irgendwelchen anderen Gründen Teilzeit arbeiten oder sogar ganz pausieren. Für mich ist das eine richtige „Horrorvorstellung“ gewesen.
Wenn man eine Betreuungseinrichtung für Kinder leitet und alles gut organisiert weiss, ist es nicht leicht, von heute auf morgen einfach nicht mehr zu erscheinen und das Gefühl zu haben den kompletten Betrieb quasi „hängen zu lassen“.
Mir ist allerdings schon klar, dass das oft nicht vermeidbar ist und es auch ohne die werdenden Mütter auf der Arbeit weiter geht. Trotzdem war es für mich sehr wichtig, meine Aufgaben und Anliegen gut an meine Vertretung übergeben zu können.
Vor etwa drei Wochen merkte ich, dass es auf der Arbeit langsam sehr anstrengend wurde und mir mein Leistenbruch am Abend schon wesentlich mehr weh tat als noch einige Wochen zuvor. Mein Arzt warnte mich schon einmal vor, dass ich nicht mehr all zu lange arbeiten sollte. Somit hatte ich also noch genügend Zeit (zumindest bis zum nächsten Arztbesuch), meine Vertretung gut einzuarbeiten und die Verantwortung an sie übergeben zu können.
Das eine gut beenden ist aber nur eine Seite der Medaille. Die andere ist der Start in einen vollkommen neuen Alltag mit allerhand unbekannten Variablen:
- Was kommt wohl in näherer Zukunft auf mich zu?
- Wie kann ich meinen neuen Alltag gestalten?
- Wird mir nicht zu Hause furchtbar langweilig sein, bis das Baby kommt ?
- Soll ich schon mal meine hausfraulichen Qualitäten im Kochen und Putzen erproben? Der Mann kommt nach einem schweren Arbeitstag nach Hause, die Wohnung ist gemütlich und das Essen steht bereits auf dem Tisch – na André wäre das nicht wunderbar?
Am Montag hat mich mein Arzt nun tatsächlich krank geschrieben. Auf der Arbeit konnte ich mit einem guten Gefühl gehen und weiss die Einrichtung in guten Händen. Nun bin ich auch froh, dass ich nicht mehr so eingespannt bin und mich mehrmals am Tag einfach hinlegen kann. Vorher stand ich so unter Strom, dass ich gar nicht mehr gemerkt habe, dass ich eigentlich mehr Ruhe brauche.
Das seltsame Gefühl allerdings ist noch nicht verschwunden. Ich denke, das wird auch noch einige Zeit dauern. Schliesslich befinde ich mich gerade in einer Übergangsphase zwischen meiner bekannten Rolle als beruftätige Frau zu meiner noch unbekannten Rolle als Mutter. Und Übergänge sind ja bekanntlich nie so ganz einfach.
von: Esther am: Mittwoch, 10.02.2010
Dank der beiden netten und hilfreichen Kommentaren und nach weiteren eigenen Überlegungen haben wir uns dann letztendlich für den Wochenendkurs entschieden. Ich will euch jetzt natürlich unsere gemachten Erfahrungen nicht vorenthalten.
Letztendlich hat die Diagnose meines Leistenbruch unsere Entscheidung stark beeinflusst. Ich dachte mir, es sei vielleicht unsinnig, mich wochenlang mit der natürlichen Geburt zu beschäftigen, wenn ich dann am Ende doch einen Kaiserschnitt machen muss. Da aber mein Ziel immer noch eine natürliche Geburt ist, haben wir uns für eine Kurzform der Geburtsvorbereitung entschieden. Mit dem Wissen, dass manche Themen wahrscheinlich zu kurz kommen könnten.
André und ich wurden also am letzen Wochenende recht intensiv in das Thema Geburt eingeführt. Am Samstag kam erstmal die ganze Theorie daran:
- Was mache ich, wenn es losgeht und wie erkenne ich das überhaupt
- Wann komme ich in die Klinik
- Phasen der Geburt
- Welchen Weg muss das Baby zurücklegen, und was muss es dabei alles tun
- Was passiert im Körper der Frau
- etc.
Sonntags wurde es dann richtig spannend! Wir konnten den Vormittag in einem der Gebärsäle verbringen und haben einen richtigen "Probelauf" der verschiedenen Geburtsstellungen gemacht. Ich war das Versuchskaninchen und konnte schon mal ein Gefühl entwickeln, wie es so ist, auf einem Geburtsbett zu liegen und an einem CTG angeschlossen zu sein.
Das war nicht nur für mich aufregend , sondern unser Kleiner im Bauch fand das Ganze wohl auch recht spannend, zumindest war das ganz deutlich an seiner Herzfrequenz zu erkennen. Das CTG misst die Herzfrequenz, Kindsbewegungen und Wehentätigkeit. Wir hatten grad noch etwas Glück und konnten erste Übungswehen sehen.
Das Atmen wurde in der Tat nur ganz kurz behandelt. Die Hebamme vertrat jedoch die Auffassung, dass die Frauen eigentlich ganz von selbst richtig atmen und wenn das nicht der Fall sein sollte, dann stünden die Hebammen mit Rat und Tat zur Seite. Sie meinte, es könne für die Frauen auch frustrierend sein, die erlernten Techniken in der Schmerzsituation nicht korrekt anwenden zu können.
Für uns war der Kurs die richtige Wahl. Ich fühlte mich danach gut informiert und vor allem bei den Hebammen der Klinik gut aufgehoben. Selbst wenn ich jetzt immer noch nicht alles weiss und üben konnte, kann ich das Ganze jetzt recht entspannt auf mich zukommen lassen, in dem Glauben, dass die Hebammen mir schon sagen werden, was ich wann zu tun oder zu lassen habe.
Ich möchte mich bei euch nochmals ganz herzlich für eure Kommentare zum Beitrag "Die Wahl des Geburtsvorbereitungskurses" bedanken. Sie waren für uns sehr hilfreich. Eure Erfahrungen haben genau die Themen getroffen, über die ich mir im Vorfeld Gedanken gemacht habe.
Und nun kann ich mich noch auf die beiden bevorstehen Abendkurse Babypflege und Stillvorbereitung freuen, die ebenfalls Bestandteil des Kurses sind!
von: Esther am: Montag, 08.02.2010
Man könnte auch sagen: Es gibt nichts umsonst auf der Welt, selbst um ein Kind zu bekommen muss man so einiges an Leiden in Kauf nehmen.
Glücklicherweise hatte ich im Verlauf meiner Schwangerschaft sehr wenige Beschwerden. Ausser der weit verbreiteten Übelkeit in den ersten 3 Monaten, blieb ich bisher von anderen Unannehmlichkeiten verschont.
Allerdings war ich neulich bei meinem Arzt, um ihm eine Schwellung in der Leistengegend zu zeigen, die da meiner Meinung nach nicht hingehörte. Er verkündete mir, dass ich eine «Leisten-Hernie» hätte. Nach dezentem Nachfragen bekam ich heraus, dass es sich auf Deutsch um einen Leistenbruch handelt. Ich fragte mich natürlich, wie ich denn jetzt zu einem Leistenbruch komme, da ich wirklich darauf geachtet habe nichts Schweres zu heben.
Mein Arzt erklärte mir, dass das einfach durch das Ausdehnen des Bauches kommen kann, genauer gesagt, durch den Druck des wachsenden Gewichts auf die Leiste. Ich solle mir keine Gedanken machen, während der Schwangerschaft könne man sowieso nichts dagegen tun. Nach der Schwangerschaft müsse der Bruch höchstwahrscheinlich operiert werden. Man könne auch einen Kaiserschnitt vornehmen und den Bruch somit gleich bei der Geburt zu beheben. Sozusagen: «Alles in einem Aufwasch!»
Mit diesem Gedanken wollte ich mich allerdings nicht so recht anfreunden, denn eigentlich wollte ich eher eine natürliche Geburt. Jedoch kann man in dieser Hinsicht zwar viel wollen, letztlich muss man es am Ende aber doch so nehmen wie es kommt. Bis zur Geburt kann noch so viel Unvorhergesehenes passieren, so dass am Schluss doch einen Kaiserschnitt notwendig wird.
Ich war dann letzte Woche noch mal bei einem Spezialisten. Mit dem Ergebnis:
- Per se sei ein Leistenbruch kein Grund für einen Kaiserschnitt, es wäre aber tatsächlich eine gute Möglichkeit beides zu verbinden.
- Wenn es keine starke Verschlechterung gibt, dann kann man den Bruch auch 3-4 Monate nach der Geburt «minimalinvasiv» operieren. Seiner Meinung nach würde es auch nichts machen, wenn das Baby dann schon ein bisschen mehr wiegen würde. Es wäre dann immer noch nicht zu schwer um es nach der OP herumtragen zu können.
- Letztendlich kann man es auch erst kurz vor der Geburt entscheiden.
Nun ja, jetzt heisst es wohl abwarten und Tee trinken. Auf jeden Fall kann ich nun doch noch eine Erfahrung mit den lieben Schwangerschaftsbeschwerden machen. Anscheinend kommt man da wohl einfach nicht drum herum!
von: Esther am: Mittwoch, 03.02.2010
Wann ist der richtige Zeitpunkt, um mit dem Einrichten des Kinderzimmers zu beginnen?
Wann soll man denn eigentlich mit dem Einrichten des Kinderzimmers beginnen?
Zuerst kann man sich die nicht gerade unberechtigte Frage stellen: Wozu braucht denn ein Baby eigentlich schon sein eigenes Zimmer?
Aber wenn man eben ein Zimmer in der Wohnung übrig hat, dann könnte man es ja tatsächlich auch als Kinderzimmer einrichten, denn später braucht das liebe Kleine ja sowieso eines.
Ausserdem kann ich mich beim Gang durch die vielen schönen Babygeschäfte sowieso kaum in meinem Kaufrausch zügeln.
Also, bei mir stellt sich nicht die Frage „ob“ sondern eher „wann“ wir das Kinderzimmer einrichten sollten.
Wäre da nicht noch die Sache mit dem Aberglauben.
Dieser rät werdenden Eltern massiv davon ab, zu früh Babyartikel jeglicher Art an zu schaffen. Aber fragt man fünf Personen zu diesem Thema bekommt man auch fünf verschieden Auslegungen dieser Aussage. Manche deuten Anschaffen ganz allgemein mit Kaufen, andere sagen, man kann schon kaufen, aber nicht schon in die eigene Wohnung stellen, usw. Und wie definiert sich eigentlich der Ausdruck „zu früh“?
In welcher Woche ist es noch zu früh, und wann dann eher schon zu spät?
André, meinen Mann könnte man prinzipiell als „Jäger und Sammler“ beschreiben. Diese Eigenschaft macht es einem natürlich nicht gerade einfacher, sich in Zurückhaltung zu üben was das Kaufen angeht. Denn egal ob im Internet oder beim Bummeln in der Stadt – es gibt überall Schönes zu Erhaschen!
Wir haben das Ganze für uns jetzt so entschieden, dass wir warten bis unser Kleines eine sehr gute Überlebenschance hat, auch wenn es zu früh auf die Welt kommt!