von: Esther am: Montag, 08.02.2010
Man könnte auch sagen: Es gibt nichts umsonst auf der Welt, selbst um ein Kind zu bekommen muss man so einiges an Leiden in Kauf nehmen.
Glücklicherweise hatte ich im Verlauf meiner Schwangerschaft sehr wenige Beschwerden. Ausser der weit verbreiteten Übelkeit in den ersten 3 Monaten, blieb ich bisher von anderen Unannehmlichkeiten verschont.
Allerdings war ich neulich bei meinem Arzt, um ihm eine Schwellung in der Leistengegend zu zeigen, die da meiner Meinung nach nicht hingehörte. Er verkündete mir, dass ich eine «Leisten-Hernie» hätte. Nach dezentem Nachfragen bekam ich heraus, dass es sich auf Deutsch um einen Leistenbruch handelt. Ich fragte mich natürlich, wie ich denn jetzt zu einem Leistenbruch komme, da ich wirklich darauf geachtet habe nichts Schweres zu heben.
Mein Arzt erklärte mir, dass das einfach durch das Ausdehnen des Bauches kommen kann, genauer gesagt, durch den Druck des wachsenden Gewichts auf die Leiste. Ich solle mir keine Gedanken machen, während der Schwangerschaft könne man sowieso nichts dagegen tun. Nach der Schwangerschaft müsse der Bruch höchstwahrscheinlich operiert werden. Man könne auch einen Kaiserschnitt vornehmen und den Bruch somit gleich bei der Geburt zu beheben. Sozusagen: «Alles in einem Aufwasch!»
Mit diesem Gedanken wollte ich mich allerdings nicht so recht anfreunden, denn eigentlich wollte ich eher eine natürliche Geburt. Jedoch kann man in dieser Hinsicht zwar viel wollen, letztlich muss man es am Ende aber doch so nehmen wie es kommt. Bis zur Geburt kann noch so viel Unvorhergesehenes passieren, so dass am Schluss doch einen Kaiserschnitt notwendig wird.
Ich war dann letzte Woche noch mal bei einem Spezialisten. Mit dem Ergebnis:
- Per se sei ein Leistenbruch kein Grund für einen Kaiserschnitt, es wäre aber tatsächlich eine gute Möglichkeit beides zu verbinden.
- Wenn es keine starke Verschlechterung gibt, dann kann man den Bruch auch 3-4 Monate nach der Geburt «minimalinvasiv» operieren. Seiner Meinung nach würde es auch nichts machen, wenn das Baby dann schon ein bisschen mehr wiegen würde. Es wäre dann immer noch nicht zu schwer um es nach der OP herumtragen zu können.
- Letztendlich kann man es auch erst kurz vor der Geburt entscheiden.
Nun ja, jetzt heisst es wohl abwarten und Tee trinken. Auf jeden Fall kann ich nun doch noch eine Erfahrung mit den lieben Schwangerschaftsbeschwerden machen. Anscheinend kommt man da wohl einfach nicht drum herum!
von: André am: Freitag, 05.02.2010
Wie sich der Körper meiner Frau im Verlauf der Schwangerschaft verändert hat, was ich bisher dabei empfunden habe und was ich vorher erwartet hatte.
Ich als Mann bin im Verlauf der Schwangerschaft zwangsweise immer etwas aussen vor. Zumindest spüre ich selbst keine Veränderung an meinem Körper.
Bei meiner Frau sieht das natürlich ganz anders aus. Esther hat jetzt einen wirklich runden Bauch und mehr Busen.
Anscheinend ist es von Frau zu Frau sehr unterschiedlich, wie sich der Bauch letztlich entwickelt. Bei meiner Frau geht er eher nach vorne, bei anderen eher in die Breite, manchmal ist er ausgeprägt und manchmal etwas weniger.
Für mich war vor der Schwangerschaft überhaupt nicht klar, wie ich diese Veränderung aus ästhetischer Sicht empfinden würde. Um ehrlich zu sein, hatte ich eher Bedenken – ob mir eine kugelige Frau wirklich gefallen würde.
Die Bilder von Demi Moor hochschwanger kennen wohl einige von euch, und ich muss sagen, ich fand sie auf diesen Bildern nie sonderlich attraktiv.
Aber: Im Verlauf der Schwangerschaft hat sich mein ästhetisches Empfinden offensichtlich geändert. Esthers neue Rundungen haben mir von Anfang an sehr gut gefallen.
Durch den stetig wachsenden Bauch wirkt sie auf mich sehr weiblich.
Seitdem sich das Baby nun immer stärker bewegt, ist mir jedoch auch klar geworden, dass es tatsächlich nicht mehr allein um den Körper meiner Frau geht, sondern dass in ihrem Bauch auch noch jemand zur Untermiete wohnt. Zudem ein Teil von mir.
Ich kann sagen, dass mir die Schönheit einer schwangeren Frau erst zugänglich geworden ist, seit ich selbst den Prozess einer Schwangerschaft miterleben kann.
Man(n) ist halt doch flexibler als gemeinhin behauptet wird.